Aktionstag Schichtwechsel: „Beeindruckend, wie facettenreich die Aufgaben der Lebenshilfe sind“

Der Aktionstag Schichtwechsel hat Menschen mit Unterstützungsbedarf und Unternehmen aus der Region zusammengeführt und neue Wege für die Teilhabe am Arbeitsleben aufgezeigt.

Ziel der Aktion ist es, Vorurteile abzubauen, Türen zu öffnen und berufliche Perspektiven für Menschen mit Beeinträchtigung zu schaffen. Mitarbeitende aus Unternehmen konnten beim Schichtwechsel Werkstätten wie die der Lebenshilfe Nienburg kennenlernen, die Bandbreite an Tätigkeiten erleben und selbst mitarbeiten. Werkstattmitarbeitende wiederum sammelten Erfahrungen in anderen Unternehmen und entdeckten neue Berufsfelder

Die Lebenshilfe Nienburg beteiligte sich erstmals an dem bundesweiten Aktionstag. „Zum Auftakt konnten wir sechs Unternehmen gewinnen; aus unseren Werkstätten haben acht Mitarbeitende den Arbeitsalltag in einem anderen Betrieb kennengelernt. Für alle war der Tag eine bereichernde Erfahrung“, sagt Manuela Müller-Färber. Kurzum: Premiere geglückt – Fortsetzung folgt 2027.

 

„Mehrwert für alle Beteiligten“

„Ich war noch nie in einer Lebenshilfe Werkstatt. Was mir aufgefallen ist: Die Beschäftigten sind mit unglaublich großem Eifer und Freude bei der Arbeit. Darüber hinaus verfügen sie über enormes Fachwissen. Ich bin sehr beeindruckt, wie facettenreich die Aufgaben der Lebenshilfe sind.“
Arnold Müller, Stadt Rehburg-Loccum, Fachbereichsleitung Personal, Finanzen und Bäderwesen
„Für mich war die Lebenshilfe Neuland. Im Berufsbildungs-bereich habe ich einen kleinen Einblick gewonnen und dazu noch viele nette Menschen kennengelernt. Am Nachmittag konnte ich Melanie meinen Arbeitsalltag zeigen. Zusammen haben wir für Social Media ein Reel vom Aufbau des Altstadtfestes in Nienburg gedreht.“
Jana Finze, WiR Mittelweser
Im Berufsbildungsbereich „Kreativ“ schaute Jana Finze (re.) von WiR Mittelweser Lebenshilfe-Mitarbeiterin Fabienne über die Schulter.
„Ich möchte mich immer gern ausprobieren. Dass ich Jana von WiR Mittelweser bei ihrer Arbeit begleiten darf, finde ich super interessant. Normalerweise bin ich handwerklich tätig, arbeite mit Holz oder Metall. Aber ich mag auch die Arbeit mit Menschen. Mit Jana über das Altstadtfest zu gehen, im Reel zu zeigen, wie die Vorbereitungen laufen, hat mir großen Spaß gemacht.“ Melanie, Mitarbeiterin im Berufsbildungsbereich
„Besonders beeindruckt bin ich, wie sehr sich die Teilnehmenden für die Arbeit im Rathaus und die Aufgaben der Stadt interessieren. Den Kontakt zur Lebenshilfe Nienburg werden wir wohl ausbauen – weitere gemeinsame Projekte sind auf jeden Fall denkbar.“ Diana Akinci, Rathaus Nienburg, Personalabteilung
„Ich wollte gerne mal etwas anderes ausprobieren und Neues kennenlernen. Normalerweise arbeite ich in der Werkstatt Schäferhof, in der Wäscherei. Ich habe aber auch schon Praktika in Unternehmen gemacht. Die Möglichkeit, etwas über die Arbeit im Rathaus zu erfahren, hat man ja nicht alle Tage.“ Lebenshilfe-Mitarbeiter Torben
„Ein Tag im Rathaus, das klang spannend. Bürotätigkeiten interessieren mich, erst recht die Verwaltung einer Stadt: Was wird im Rathaus gemacht? Wer ist für was verantwortlich? Welche Fachbereiche gibt es? All das wurde uns gut erklärt. Aus dem Schichtwechsel kann ja auch etwas entstehen, vielleicht ein Praktikum oder ein Außenarbeitsplatz.“
Christian, Mitarbeiter in der Zentrale der Werkstatt Stolzenau.
„Normalerweise erlebe ich die Beschäftigten mit Unterstützungsbedarf in Hilfeplangesprächen. Jetzt lerne ich sie in einem anderen Kontext kennen. Ich bin beeindruckt von den an-spruchsvollen Tätigkeiten. Jetzt weiß ich, was hier tatsächlich stattfindet; der Schichtwechsel macht die Arbeit der Lebenshilfe erfahrbar. Ich habe viel gelernt über die Menschen.“
Björn Bankes, Landkreis Nienburg, Teamleitung Hilfeplanung
Werkstattmitarbeiterin Yanis erklärt Björn Bankes die Montage von Lattenrosten

Vielen Dank für Ihre Teilnahme

  • Predigerseminar Loccum
  • Lankreis Nienburg
  • Stadt Rehburg-Loccum
  • Reisebüro Loccum
  • WiR Mittelweser
  • Stadt Nienburg

Erneut Rekordbeteiligung

Rund 400 Werkstätten nahmen bundesweit am Aktionstag teil. Die insgesamt 5.000 Tauschpartner*innen, davon rund 3.000 Werkstattbeschäftigte und 2.000 Mitarbeitende des allgemeinen Arbeitsmarktes, leisten damit einen wichtigen Beitrag zu mehr gegenseitigem Verständnis und gesellschaftlicher Teilhabe.

„Angesichts des aktuellen politischen Klimas und des Erstarkens demokratiefeindlicher Strömungen sind Aktionen wie der Schichtwechsel wichtiger denn je, um Teilhabe als Menschenrecht und Grundpfeiler unseres sozialstaatlichen Systems nicht aus den Augen zu verlieren“, sagte Andrea Stratmann, Vorstandsvorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e. V. (BAG WfbM).

Quelle: Pressemeldung BAG WfbM (Auszug)

Über die BAG WfbM

Im Verband Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e.V. (BAG WfbM) haben sich Träger von Eingliederungs-einrichtungen, insbesondere von Werkstätten, Förderstätten und Inklusionsbetrieben zusammengeschlossen, die Menschen mit Behinderungen die Teilhabe an Arbeit und Gesellschaft ermöglichen. Derzeit sind mehr als 300.000 Erwachsene mit Behinderungen in den Mitgliedswerkstätten der BAG WfbM beschäftigt, mehr als 27.000 Menschen im Berufsbildungsbereich und rund 260.000 Menschen im sogenannten Arbeitsbereich. Etwa 20.000 Menschen sind so schwer behindert, dass sie einer besonderen Betreuung, Förderung und Pflege bedürfen.
Quelle: www.bagwfbm.de

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