Corona-Pandemie

"Große Herausforderung, Werkstätten wieder komplett hochzufahren"

„Menschen mit Behinderungen treffen die Einschränkungen der Pandemie oft besonders hart, weil soziale Einrichtungen ihre Dienste nicht wie gewohnt anbieten können“, sagte die Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers (SPD) bei einem Besuch der Lebenshilfe Nienburg.

Die Geschäftsbereichsleitenden Gabriele Friebe und Detlef Ahnefeld betonten, dass es durch Corona zu pädagogischen Rückschritten bei den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie bei den Beschäftigten in den Werkstätten gekommen sei. Die Schließung habe einen Verlust der Bezugspersonen mit sich gebracht.

Mittlerweile dürfen die Werkstätten zwar zu 100 Prozent wieder belegt werden, die Einhaltung der Abstände von 1,5 Metern sei jedoch schwer umzusetzen. „Es ist eine große Herausforderung, die Produktion in den Werkstätten wieder komplett hochzufahren”, erklärte Ahnefeld.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers (li.) zu Gast bei der Lebenshilfe Nienburg und im Gespräch mit Frank Ruthenkolk, Geschäftsführer der Lebenshilfe Nienburg, und Gabriele Friebe, Leiterin des Geschäftsbereiches Familie Wohnen Assistenz, sowie Detlef Ahnefeld (nicht im Bild), Leiter des Geschäftsbereiches Bildung und Arbeit.

„Die Veränderung der gewohnten Tagesstruktur mit den dazugehörigen sozialen Kontakten schränkt die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Gesellschaftsleben erheblich ein“, sagte Friebe: „Insbesondere für Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung war das Verständnis und die Nachvollziehbarkeit für die Umsetzung der Corona-Maßnahmen schwierig.“

„Die Beschäftigten in den Werkstätten leisten wichtige Arbeit, die unsere Anerkennung verdient“, betonte Völlers. Dazu gehört auch, ihre Verdienstausfälle abzumildern, die durch Arbeitsausfall in Zeiten der Pandemie entstehen. Daher haben wir im Konjunkturpaket ganz gezielte Überbrückungshilfen dort bereitgestellt, wo sie am meisten gebraucht werden: zum Beispiel in Inklusionsbetrieben, wo in etwa jede und jeder zweite Beschäftigte schwerbehindert ist oder in Sozialkaufhäusern, die die bisherigen Förderprogramme nicht in Anspruch nehmen konnten. Dazu haben wir mit den Ländern eine gute Lösung gefunden, zu der der Bund rund 70 Millionen Euro beisteuert.“

 

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