Rund 200 pädagogische Fachkräfte sowie Vertreterinnen und Vertreter von Leistungsträgern aus Bremervörde, Diepholz, Verden und weiteren Regionen nahmen Anfang September im Hotel Weserschlößchen am Fachtag „FASD – die unsichtbare Behinderung“ teil. Veranstalterin war die Lebenshilfe Nienburg. Ziel war es, das Bewusstsein für Fetale Alkohol-Spektrum-Störungen (FASD) in pädagogischen und sozialen Berufsgruppen zu schärfen und den fachlichen Austausch über Diagnose- und Unterstützungsmöglichkeiten zu fördern.

FASD entsteht, wenn Frauen während der Schwangerschaft Alkohol trinken. Schon geringe Mengen können das ungeborene Kind schädigen. Die Abkürzung steht für „Fetale Alkohol-Spektrum-Störungen“ und beschreibt ein Spektrum körperlicher, geistiger und sozialer Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern.
Bereits geringe Mengen Alkohol können das ungeborene Kind schädigen. Menschen mit FASD zeigen unter anderem Wachstumsverzögerungen, Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten sowie Auffälligkeiten im Sozialverhalten. Da die Symptome zunächst unspezifisch sein können, bleibt die Störung oft unerkannt. Fachleute schätzen, dass in Deutschland jährlich mehr als 4.000 Kinder mit FASD geboren werden. Für sie ist eine lebenslange, fachkundige Begleitung wichtig, um den Alltag zu bewältigen.
Der Kinderneurologe Lutz Krüger-Ruda aus Soltau erläuterte die neurobiologischen Grundlagen der Störung des FASD, beschrieb typische Verhaltens- und Entwicklungsmerkmale und ging auf Möglichkeiten und Grenzen von Diagnostik und Therapie ein. Zahlreiche Fallbeispiele aus seiner Praxis machten deutlich, wie komplex FASD ist und wie wichtig ein interdisziplinäres Vorgehen in Betreuung und Behandlung sein kann.
Mit dem Fachtag hat die Lebenshilfe Nienburg einen wichtigen Impuls für die regionale Versorgungslandschaft gesetzt. Auch in den kommenden Jahren soll die Veranstaltungsreihe fortgesetzt werden dazu beitragen, die interdisziplinäre Vernetzung zu stärken und Betroffenen eine fundierte Begleitung zu ermöglichen.