Hauptversammlung in Landesbergen

Lebenshilfe Kreisvereinigung startet Kampagne zur Mitgliederwerbung

Gut zwei Jahre lang lief die Arbeit der Lebenshilfe Kreisvereinigung coronabedingt auf Sparflamme. Die Mitgliederversammlung im „Mühlengasthof“ in Landesbergen markiert einen Neustart nach der Zwangspause.

Vorsitzender Wolfgang Schellhammer und seine Stellvertreterin Elke Hoffmeyer umrissen Aktionen des Vereins im abgelaufenen Jahr. Sie zeigten sich optimistisch, 2022 wieder in größerem Umfang aktiv werden zu können – genannt wurden insbesondere die Teilnahme am Altstadtfest sowie der Adventsbasar der Lebenshilfe. Mit Blick auf die Obstplantage in Leese sei außerdem geplant, eine Sammlung mit Rezepten rund um den Apfel herauszugeben.

Die 325 Mitglieder zählende Kreisvereinigung präsentiere sich – trotz Corona – als starke Gemeinschaft, betonte Wolfgang Schellhammer. Auch finanziell steht der Verein nach den Worten von Kassenwart Bernd Windhorn „sehr stabil“ da. Den Überschuss des vergangenen Jahres – rund 20 000 Euro – habe man direkt im Sinne von Menschen mit Behinderungen investiert; etwa in die Anschaffung barrierefreier Informationssysteme für Werkstätten und Wohnheime.

“Wir arbeiten an einer inklusiven Gesellschaft, die allen Menschen Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht.“ Wolfgang Schellhammer, Vorsitzender der Lebenshilfe Kreisvereinigung, auf der Hauptversammlung in Landesbergen.

Wolfgang Schellhammer warnte aber davor, sich angesichts einer gesunden Basis entspannt zurückzulehnen: „Unser Altersdurchschnitt ist recht hoch. Und wir wollen, dass sich auch noch in 20 Jahren Menschen ohne für Menschen mit Behinderungen engagieren.“ Mit diesem Ziel vor Augen startet die Lebenshilfe Kreisvereinigung eine Kampagne zur Mitgliedergewinnung, erklärte der Vorsitzende. Mit kurzen, präzisen Informationen wolle man bei Veranstaltungen und in gut frequentierten Einrichtungen Flagge zeigen. „Wir sind ein besonderer Verein“, warb Schellhammer für die eigene Sache. „Bei uns geht es nicht nur um eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Wir arbeiten mit konkreten Projekten und neuen Ideen an einer inklusiven Gesellschaft, die allen Menschen Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht.“

Als alleinige Gesellschafterin der Lebenshilfe Nienburg gGmbH mit ihren 530 Mitarbeitenden verstehe sich die Kreisvereinigung zudem als eine Art „Aufsichtsrat“ für den Sozialdienstleister, als Impulsgeber und Verbindung in breiteste Schichten von Bürgerinnen und Bürgern, Verwaltung und Politik. Damit biete das Engagement in der Kreisvereinigung eine seltene Chance, die Gesellschaft vor Ort aktiv mitzugestalten, betonte der Vorsitzende.

Mit Edwin Hoffmeyer und Friedhelm Osterholz ehrte Wolfgang Schellhammer zwei Männer, die der Lebenshilfe seit langem verbunden sind: Edwin Hoffmeyer ist seit 25 Jahren Mitglied der Kreisvereinigung; Friedhelm Osterholz ist sogar schon seit einem halben Jahrhundert aktives Mitglied des Vereins. „Das“, so Schellhammer, „ist wirklich eine bemerkenswert lange Zeit. Dies umso mehr, als heutzutage nur wenige Menschen bereit sind, sich mit Nachdruck für einen langen Zeitraum zu engagieren.“

Frank Ruthenkolk, Geschäftsführer der Lebenshilfe Nienburg gGmbH, umriss kurz die Situation der unternehmerischen „Tochter“ der Kreisvereinigung: Trotz „deutlicher Einbußen“ durch die Folgen der Corona-Pandemie stehe die Gesellschaft gut da. Als konkrete Projekte nannte Ruthenkolk unter anderem eine neue Außenarbeitsgruppe bei der Akademie Loccum, die Eröffnung des Beratungs- und Schulungszentrums LebensPunkt an der Langen Straße sowie den geplanten Neubau für inklusives Wohnen an der Verdener Landstraße.

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