Stolzenau: Tagesförderstätte bietet Teilhabe an der Gemeinschaft

Mit dem Umbau eines Gebäudeteils der Betriebsstätte Bremer Straße in Stolzenau hat die Lebenshilfe Nienburg ihr Angebot für Menschen mit schweren Behinderungen weiter ausgebaut. Auch Erwachsenen, die nicht oder noch nicht in der Werkstatt arbeiten können, bietet die umgestaltete Tagesförderstätte adäquate Betreuungsplätze.

„Unser Ziel ist es, diesen Menschen eine sinnvolle Tagesstruktur zu ermöglichen, sie bestmöglich nach ihren Fähigkeiten zu fördern und am Alltag in der Gemeinschaft teilhaben zu lassen“, erklärt Sabrina Denecke, Leiterin der Betriebsstätte in Stolzenau. Der Teil-Umbau der Werkstatt, der im Sommer 2025 abgeschlossen wurde, bietet diese Voraussetzungen sowohl für Menschen mit komplexen oder mehrfachen Behinderungen als auch für Menschen, die auf Grund geistiger oder körperlicher Beeinträchtigungen nicht oder noch nicht in einer Werkstatt arbeiten können.

Tagesförderstätte: Individuelle Förderung

Im Vergleich zu den funktionalen Werkstatträumen bietet der neugestaltete Flügel mit seinen tieferen Decken und dem warmen Holzfußboden eine eher wohnliche Atmosphäre. In diesem Bereich sind jetzt die Tagesförderstätte und die „Arbeitsfördergruppe“ untergebracht.

In der Tagesförderstätte werden derzeit acht Erwachsene mit schwersten oder mehrfachen Behinderungen von Montag bis Freitag betreut. Über die nötige Pflege und Versorgung hinaus, die einen Großteil des Tages einnimmt, bekommen die Teilnehmenden spielerische und lebenspraktische Aufgaben, die an ihren Interessen und Fähigkeiten anknüpfen. „Auf Grund der Schwere ihrer Behinderung geht es hier nicht um wirtschaftlich verwertbare Arbeitsleistungen, sondern vielmehr um eine sinnvolle Tagesstruktur und um Teilhabe. Mit viel Geduld und Herzblut setzen unsere Fachkräfte Akzente und fördern die kleinen Dinge“, sagt Sabrina Denecke.

Betriebsstätte Bremer Straße in Stolzenau

„Arbeitsfördergruppe“: Ergänzung zur Werkstatt

Die „Arbeitsfördergruppe“ richtet sich an Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf, die jedoch leichtere Arbeitsschritte mit entsprechenden Hilfsmitteln eigenständig bewerkstelligen können. Es handelt sich um einen Angebotsraum auch für den Arbeitsbereich. Besonderheit: Der jeweilige Produktionsauftrag wird in sehr kleine Arbeitsschritte eingeteilt, die von den bis zu 15 Mitarbeiten-den der Gruppe durchgeführt werden können. Dadurch wird gewährleistet, dass dieser Personenkreis in den Werkstattalltag eingebunden wird – oder eingebunden bleibt. Auch ihnen bietet sich mit der „Arbeitsfördergruppe“ eine Alternative zur Arbeit in der Werkstatt.

Ein Bereich mit Pflegebett, ein Sport- und Bewegungsraum sowie eine großzügige Küche komplettieren den im vergangenen August wiedereröffneten Trakt. In der Küche finden unter anderem pädagogische Begleitmaßnahmen für alle Mitarbeitenden der Betriebsstätte statt. Die enge Verknüpfung von Tagesförderstätte und „Arbeitsfördergruppe“ mit dem Arbeitsbereich der Werkstatt gewährleistet, dass der Personenkreis schwer behinderter Menschen dazugehört. Zugleich bietet die Lebenshilfe ein Umfeld, das die besonderen Bedarfe und speziellen Anforderungen an Pflege, Betreuung, Begleitung und Förderung abdeckt.

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