Mit der richtigen Förderung auf dem Weg in ein selbstbewusstes und selbstständiges Leben

21.03.2019

Der 21. März ist Welt-Down-Syndrom-Tag. In früheren Jahrzehnten war die Diagnose „Down-Syndrom“ gleichbedeutend mit einem oftmals kurzen Leben mit schwerer Behinderung. Das hat sich durch die vielen Möglichkeiten der Förderung maßgeblich geändert. Marnie Kronshage, Leiterin der Kindertagesstätte „Löwenzahn“, ist selbst Heilpädagogin und kennt die Arbeit der Frühförderung aus der Praxis: „Je früher ein Kind mit Förderbedarf – egal ob mit Down-Syndrom oder einer anderen Einschränkung – adäquat gefördert wird, desto mehr Entwicklungsverzögerungen können ausgeglichen werden.“

Um in Deutschland eine Kostenübernahme für beispielsweise Maßnahmen im Rahmen der Frühförderung zu bekommen, ist eine Diagnose oder eine frühe Erkennung einer Entwicklungsverzögerung wichtig, weiß Marnie Kronshage.


Beim Down-Syndrom ist das 21. Chromosom dreifach vorhanden – daher der Name „Trisomie 21“, und darum ist der 21. März der Welt-Down-Syndrom-Tag. Maja hat das Down-Syndrom. Die Vierjährige besucht derzeit die heilpädagogische Kleingruppe der Kindertagesstätte „Löwenzahn“. Bereits mit einem Jahr kam sie zur Frühförderung der Lebenshilfe Nienburg gGmbH – und hat davon sehr profitiert. Marnie Kronshage: „Kinder mit Down-Syndrom durchlaufen wie alle Kinder alle Entwicklungsschritte, jedoch in ihrem eigenen Tempo. Sie benötigen Anregungen und Unterstützung in ihrer Entwicklung.


Jedes Kind wird von den Eltern zur Kinder-Vorsorgeuntersuchung begleitet. Wird dabei beispielswiese eine drohende Behinderung festgestellt oder fällt den Eltern oder den Mitarbeiterinnen in der Krippe eine mögliche Entwicklungsstörung auf, „sollten Eltern sich an die Beratungsstelle für Früherkennung der Offenen Hilfen, Lebenshilfe Nienburg gGmbH wenden“, rät Marnie Kronshage. Dort werden die Eltern umfassend beraten, wie sie weiter vorgehen sollten und welche Fördermaßnahmen für ihr Kind bestehen. Je früher der Förderungsprozess beginnt, desto mehr Defizite können ausgeglichen werden. In vielen Fällen kann so verhindert werden, dass aus einer Entwicklungsverzögerung überhaupt eine manifeste Behinderung wird.“


Majas Down-Syndrom lässt sich nicht wegtherapieren. Doch dank intensiver Unterstützung durch beispielsweise Krankengymnastik, Sprach- und Ergotherapie bestehen gute Chancen auf ein selbstbewusstes und weitgehend selbstbestimmtes Leben. „Darum ist es auch so wichtig, dass die Eltern die Frühförderung eben auch früh in Anspruch nehmen!“, sagt Marnie Kronshage.



Der Wunsch der Mitarbeiter ist, dass Maja im neuen Kindergartenjahr von der Kleingruppe in eine der Integrationsgruppen der Kindertagesstätte wechselt. Dort werden jeweils 14 „Regelkinder“ und vier Jungen und Mädchen mit besonderem Förderbedarf gemeinsam betreut. Da Kinder gern und viel voneinander lernen, gehen Marnie Kronshage und ihre Kolleginnen von einer weiterhin guten Entwicklung aus.

Im Mittelpunkt aller Förderung steht die Freude am Leben. Besonders bei Menschen mit Down-Syndrom ist die Sozialkompetenz besonders stark ausgeprägt.

 
 
 

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